Das oftmals strapazierte Sprichwort “Geschichte wiederholt sich”, ist definitiv nicht nur auf Zeiträume von mehreren hundert Jahren oder auf die Gründung und den Zerfall großer Weltreiche zu beziehen. Nein – auch etwas, was bereits vor ein paar Jahren bekannt, beliebt oder erfolgreich war, kann unversehens wieder im Hier und Jetzt auftauchen.

Ein Paradebeispiel hierfür liefert uns die Musikindustrie. Hier gilt der Grundsatz: Was einmal gut und erfolgreich war, wird es auch ein zweites Mal. Und so wird sich in so gut wie allen Genres munter aus dem Repertoire der 70er bedient. Von Zeit zu Zeit mischen sogar einige Stars bei den Coverversionen ihrer alten Hits höchst selbst mit. So erschien John Paul Young, im Jahr 2001 unversehens wieder aus der Versenkung, als sein einziger großer Welthit “Love is in the Air”, unterlegt mit leichten House-Beats von Milk & Sugar, wieder die deutschen Charts enterte.

Ein aktuelleres Beispiel hierfür ist der 70er Jahre Hit, der Bee Gees, “Too Much Heaven”, den die Boygroup US5 im Jahr 2007 mit tatkräftiger Unterstützung des Bee Gees-Mitglieds, Robin Gibb, coverte.

Beispiele für Coversongs, an denen die einstigen Künstler nicht direkt beteiligt sind, gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Besonders beliebt scheinen diese im Bereich des Techno oder House zu sein, wo beinahe wöchentlich altbekannte Melodien zu modernen Bassklängen neu auf dem Markt erscheinen.

Für gewöhnlich schaffen es die meisten Coversongs nicht, ihre Originale in Sachen Chartplatzierung zu übertreffen, doch es soll hin und wieder auch Ausnahmen gegeben haben.

Einerseits mag man vielen Interpreten hier mangelnde Kreativität oder Plattenbossen Geldgeilheit unterstellen, doch andererseits sollte man bedenken, dass ein Gros, vor allem der jüngeren Bevölkerung, so in den Genuss von wirklich guten Melodien kommt, die ihnen, ohne diese Coverversionen, vielleicht für immer versagt geblieben wären.

Wer nun aber annimmt, dass Coverversionen eine Erfindung der Neuzeit seien, der ist definitiv auf dem Holzweg. Gecovert wurde nämlich auch in den siebziger Jahren bereits fleißig – teils aus vorherigen Jahrzehnten oder gar bei Stücken aus den 70ern selbst. So wurde beispielsweise der 1971 veröffentlichte Song “Ain’t No Sunshine”, im Original von Bill Withers, alleine in den Siebzigern, mehr als 30 Mal gecovert – unter anderem von dem damals noch sehr jungen Michael Jackson, den Shirelles und dem “Tiger”, Tom Jones.

Wie auch immer man Coverversionen aus den 70ern oder Coverversionen im Allgemeinen gegenüberstehen mag, fest steht, es gibt sie nur so lange, wie sie auch erfolgreich sind – und wie heißt es im Volksmund so schön: “Der Erfolg gibt ihnen Recht” (oder eben auch nicht)

Posted in Musik at September 18th, 2008. Trackback URI: trackback
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