Die Disco Mode, die etwa in der Mitte der 70er Jahre Ihren Siegeszug durch die Clubs und Diskotheken der Metropolen antrat, war im Gegenzug zu allen anderen Kleidungsstilen der 70er keine politische Mode. Im Gengenteil, sie war von Anfang an als reine Lifestyle und Fun Mode gedacht.
Die 70er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts: Die ersten wirklich großen Discos öffneten in den Großstädten der USA, im Radio lief Rock your Baby von George McCrae oder Kung Fu Fighting von Carl Douglas rauf und runter und jeden Samstag Abend bereitetn sich Millionen von tanzwütigen Jugendlichen auf der wöchentlichen Club Besuch vor.

Kultfilme wie Grease oder Saturday Night Fever mit John Travolta brachten eine regelrechte Disco Welle hervor. Um mit den Besuchermassen überhaupt fertig zu werden gab es die erste „Harte Tür“ an vielen Discotheken, nicht jeder wurde rein gelassen. Um die Chancen auf den samstagabendlichen Disco Einlass zu erhöhen verbrachen viele Jugendliche Stunden damit, sich wie Ihre Musik und Film Idole zu stylen und zu kleiden. Dabei kristallisierte sich allmählich ein ganz bestimmter Kleidungstypus heraus. Die Disco Mode entstand.
Hautenge, körperbetonte und schrille Kleidung war angesagt, gerne auch aus dem reflektierenden Kunststoff PVC. So war man im Licht der Discokugeln und Lichtorgeln immer gut zu sehen und fiel auf. Auch Gold und andere metallisch reflektierende Farbe wurden häufig und gerne Getragen. Der Schnitt der Kleidung war ziemlich unproportional, dies lässt sich im besten am Beispiel der Schlaghosen verdeutlichen: Diese, in den 70er Jahren sehr beliebten Schlaghosen waren eigentlich Berufskleidung von ZImmermansleuten. Sie hatten die Form einer Glocke oder Tromptete und ließen den Träger besonders in Verbindung mit Plateauschuhen über die Tanzfläche schweben. Die Körperform des Träger wirkte sehr surreal aber denn noch hoch erotisch. Diese Erotisierung der Kleidung erlebte Ihren Höhepunkt in Form von so genannten Catsuits dieser elastische und haupteng anliegende Ganzkörperanzug erforderte vom Träger sehr viel Mut. Man sah jedes Gramm Fett, kam aber an jedem noch so harten Türsteher vorbei.
Frisuren-technisch waren Afros angesagt. In fast jedem Musikvideo oder Auftritt eines Discostars waren Backgroundtänzerinnen und Tänzer mit kugelförmigen, riesigen Afros zu sehen. Falls man selbst, auf Grund glatter Haare, keinen Natur-Afro tragen konnte, behalf man sich gerne mit Perücken. Dieses Disco Outfit wurde durch Accessoires wie etwa große Sonnenbrillen (auch Nachts) , Goldketten oder mit (Kunst)Edelsteinen besetzte Uhren vervollständigt.