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Während man sich an Coverversionen, aus dem Musikbereich, bereits gewöhnt hat, kann man in jüngster Zeit auch in der Filmbranche einen Trend beobachten, alte Streifen noch einmal neu zu verfilmen.
Zwar spricht man bei Filmen, im Vergleich zu Musikstücken, nicht von “Covern”, sondern zu meist von “Remakes“, doch im Grunde handelt es sich um das selbe Ergebnis: Altbekanntes in neuem Gewand.

Besonders interessant an diesem Trend ist die Tatsache, dass die Originale der neu aufgelegten Filme, zu einem bemerkenswert hohen Prozentsatz, aus den 70ern stammen. Ganz besonders hoch ist hierbei der Anteil an Horrorfilmen. Doch warum werden, seit der Jahrtausendwende, so viele Horrorfilme der Siebziger, als Remake, auf Kinoplakaten angepriesen und meist mit einem Millionen-Budget produziert, von dem die Macher des Originals nur träumen konnten?

Liegt es vielleicht an der besonderen Qualität der Horrorfilme, der 70er, an den besonderen Einfällen und der Kreativität der Regisseure, Drehbuchautoren und Maskenbildner oder daran, dass in diesem Jahrzehnt der Markt für Horrorfilme boomte und dementsprechend eine solche quantitative Masse an Filmen, dieser Machart, produziert wurden, dass unweigerlich einige Meisterwerke daraus hervorgehen mussten, die es wert waren, 30 Jahre später, noch einmal das Kinopublikum zu schocken?

Die Antwort auf diese Fragen liegt wohl irgendwo dazwischen. Selbstverständlich dürfte einer der Gründe, warum man lieber auf Horror-Remakes der 70er zurückgreift, anstatt neue Stoffe zu verfilmen, darin liegen, dass Innovationen es in diesem Genre eher schwer haben. Zum einen, weil dem Genre, aufgrund seiner besonderen Thematik und der Definition, recht enge Grenzen gesetzt sind, zum anderen aber auch, weil viele Leute eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Horrorfilmen einnehmen, die keine großen Abweichungen duldet.

Was machen gewiefte Produzenten in solch einer Situation? Genau, sie nehmen einen bekannten Titel, der bis Weilen schon Kultcharakter genießt, und lassen ihn, mit der heute wesentlich weiterentwickelten Filmtechnik, neu verfilmen. So minimieren die “Macher” die Gefahr einen Flop zu landen und das Publikum bekommt was es verlangt. Dies stellt auf den ersten Blick eine klassische “win-win Situation” dar - wenn, ja wenn nicht dadurch Ideen oder Innovationen von vornherein die Möglichkeit genommen würde, sich zu etablieren und so die Entwicklung des Horrorfilms voranzutreiben.

So wundert es einen kaum, dass zahlreiche der erfolgreichsten Horrorfilme, seit dem Jahr 2000, eigentlich nur Remakes aus den 70ern sind. Hier mal drei der bekanntesten Remakes:

  • The Amityville Horror (1979) - Amityville Horror (2005)
  • The Texas Chain Saw Massacre (1974) - Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
  • Dawn of the Dead (1978) - Dawn of the Dead (2004)

Nach dem wir uns jetzt so lange Zeit nur mit den Horrorfilm-Remakes aus den 70ern beschäftigt haben, könnte man darüber hinaus ganz vergessen, dass dies nicht das einzige Genre ist, aus dem sich nach Herzenslust bedient wird.

So handelt es sich beispielsweise bei der 2003 erschienenen Komödie Freaky Friday, mit Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan, in den Hauptrollen, um das bereits dritte Remake, des gleichnamigen Originals, aus dem Jahre 1976. Damals spielte Jodie Foster eine der Hauptrollen.
Auch der bekannte Actionklassiker “Nur noch 60 Sekunden”, mit Bruce Willis und Angelina Jolie, aus dem Jahr 2000, ist lediglich ein Remake, des gleichnamigen Films, von 1974.

Ob die Neuverfilmung oder auch die dritte oder 4. Neuverfilmung gefällt, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Ganz sachlich bleibt festzuhalten, dass der Fortschritt, was Spezialeffekte, Equipment etc. anbelangt, es durchaus möglich macht, alten Filmstoff anders, ja vielleicht sogar besser, umzusetzen.

Dennoch bleibt den Originalen, zu jeder Zeit, der nostalgische Charme erhalten, den sie, vielleicht schon damals, auf den Zuschauer ausübten oder dies auch noch heute tun.

Posted in Filme at September 23rd, 2008. No Comments.

Das oftmals strapazierte Sprichwort “Geschichte wiederholt sich”, ist definitiv nicht nur auf Zeiträume von mehreren hundert Jahren oder auf die Gründung und den Zerfall großer Weltreiche zu beziehen. Nein - auch etwas, was bereits vor ein paar Jahren bekannt, beliebt oder erfolgreich war, kann unversehens wieder im Hier und Jetzt auftauchen.

Ein Paradebeispiel hierfür liefert uns die Musikindustrie. Hier gilt der Grundsatz: Was einmal gut und erfolgreich war, wird es auch ein zweites Mal. Und so wird sich in so gut wie allen Genres munter aus dem Repertoire der 70er bedient. Von Zeit zu Zeit mischen sogar einige Stars bei den Coverversionen ihrer alten Hits höchst selbst mit. So erschien John Paul Young, im Jahr 2001 unversehens wieder aus der Versenkung, als sein einziger großer Welthit “Love is in the Air”, unterlegt mit leichten House-Beats von Milk & Sugar, wieder die deutschen Charts enterte.

Ein aktuelleres Beispiel hierfür ist der 70er Jahre Hit, der Bee Gees, “Too Much Heaven”, den die Boygroup US5 im Jahr 2007 mit tatkräftiger Unterstützung des Bee Gees-Mitglieds, Robin Gibb, coverte.

Beispiele für Coversongs, an denen die einstigen Künstler nicht direkt beteiligt sind, gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Besonders beliebt scheinen diese im Bereich des Techno oder House zu sein, wo beinahe wöchentlich altbekannte Melodien zu modernen Bassklängen neu auf dem Markt erscheinen.

Für gewöhnlich schaffen es die meisten Coversongs nicht, ihre Originale in Sachen Chartplatzierung zu übertreffen, doch es soll hin und wieder auch Ausnahmen gegeben haben.

Einerseits mag man vielen Interpreten hier mangelnde Kreativität oder Plattenbossen Geldgeilheit unterstellen, doch andererseits sollte man bedenken, dass ein Gros, vor allem der jüngeren Bevölkerung, so in den Genuss von wirklich guten Melodien kommt, die ihnen, ohne diese Coverversionen, vielleicht für immer versagt geblieben wären.

Wer nun aber annimmt, dass Coverversionen eine Erfindung der Neuzeit seien, der ist definitiv auf dem Holzweg. Gecovert wurde nämlich auch in den siebziger Jahren bereits fleißig - teils aus vorherigen Jahrzehnten oder gar bei Stücken aus den 70ern selbst. So wurde beispielsweise der 1971 veröffentlichte Song “Ain’t No Sunshine”, im Original von Bill Withers, alleine in den Siebzigern, mehr als 30 Mal gecovert - unter anderem von dem damals noch sehr jungen Michael Jackson, den Shirelles und dem “Tiger”, Tom Jones.

Wie auch immer man Coverversionen aus den 70ern oder Coverversionen im Allgemeinen gegenüberstehen mag, fest steht, es gibt sie nur so lange, wie sie auch erfolgreich sind - und wie heißt es im Volksmund so schön: “Der Erfolg gibt ihnen Recht” (oder eben auch nicht)

Posted in Musik at September 18th, 2008. No Comments.